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>> Presse » Berchtesgadener Anzeiger JHV 2011Tourismusverein Marktschellenberg blickt zuversichtlich ins Jahr 2011
„Es gab viel zu tun“, hielt Sophia Stanggassinger, erste Vorsitzende des Tourismusvereins Marktschellenberg, für das letzte Jahr fest. Auf deren Jahreshauptversammlung zog sie erfreuliche Bilanz, da 2010 die Gästezahlen und Aufenthaltstags um rund 5% gesteigert werden konnten. Zudem stellte sie geplante Aktionen für dieses Jahr vor.
In der Schellenberger Stub’n saßen zur Jahreshauptversammlung rund 40 Mitglieder und Vereinsvorstände zusammen. Letztere lud der Verein diesmal zum ersten Mal ein, um für die Weiterentwicklung des Tourismus alle Beteiligten gewinnen zu können.
Rückblickend auf die Veranstaltungen 2010 wie Kinderferienprogramm, traditioneller Kirtag, Apfelwochen, aber auch die Bärlauchwoche 2011 dankte die Gastgeberin allen aktiven Mitwirkenden für ihre tatkräftige Unterstützung. Spezieller Dank ging an die ehrenamtlichen Helfer, die beispielsweise für eine ordentlich präparierte Langlaufloipe den Winter über in der Scheffau sorgten.
Über das große mediale Interesse, freute sich der Verein besonders: Obgleich die Dreharbeiten für die Sendung des Bayerischen Rundfunks zum Thema Bärlauch für alle sehr aufwendig gewesen seien, so ist doch schließlich „was Gutes dabei raus gekommen.“ Denn der Fernsehbeitrag stieß auf viel positive Resonanz im Landkreis, in Bayern und in ganz Deutschland. Auch über die Apfelwochen wurden, laut Stanggassinger, von den Medien viel berichtet. Ingesamt sei das eine tolle Werbung ohne großen finanziellen Aufwand für Marktschellenberg gewesen.
Für heuer bietet sich der Gemeinde eine „einmalige Chance Schellenberg in die Welt zu bringen“, erklärte Susanne Gschoßmann, Leiterin der Tourist Information Marktschellenberg. Als eine von drei Gemeinden des grenzübergreifenden EuRegio-Projektes „Alpine Sommerfrische“ bekomme Schellenberg die Möglichkeit bekannter zu werden. Dass dazu die Gesundheitswochen vom Frühjahr in den Sommer verlegt wurden, findet Gschoßmann akzeptabel. Außerdem verwies sie ausdrücklich darauf, dass alle Gäste und Gastgeber an Einzelveranstaltungen teilnehmen können. Weiteres Highlight 2011 wird die Genuss-Radtour der E’vent-Veranstaltung im Sommer sein, wo Marktschellenberg als Endziel mit kulinarischen Schmankerln und Wissenswertes rund ums Thema Kräuter aufwarten kann.
Zur Versammlung waren auch Michael Grießer (TRBK) und Stephan Köhl (BGLT) geladen, die über aktuelle Entwicklungen und Trends im Tourismus informierten. In der Tendenz rückläufige Bettenzahlen und Übernachtungen sowie die schrumpfende Anzahl von Vermietern zwinge auch Marktschellenberg sich neuen Trends zu öffnen oder sich auf „alte“ Vorzüge der Region zu besinnen. So könne beispielsweise offensiver mit dem Prädikat heilklimatischer Kurort geworben werden, um neue Gäste anzusprechen. Die allergenfreie Luft – gibt es übrigens im ganzen Talkessel – sei heilsam für Allergie geplagte Menschen, meinte Grießer. Auch Stanggassinger sprach den hiesigen Gastgebern Mut zu, gute Luft und täglich frische Milch aktiv zu bewerben, da das schon längst keine Selbstverständlichkeit wäre.
Als neue potentielle Gäste sollen verstärkt Radfahrer und Radwanderer für die Region gewonnen werden. Vermieter können ihren Betrieb mit dem entsprechenden Siegel im Gastgeberverzeichnis der BGLT kennzeichnen.
Für optimierbar halten Tourismusdirektor und Vereinsvorsitzende die Teilnahme der heimischen Vermieter an den kostenlosen Veranstaltungen der Tourismusvereine. Grießer forderte sodann die Gastgeber auf, das Angebot einer kostenlosen Fahrt zum neu renovierten Kehlsteinhaus zu nutzen. Interessenten können sich bei der Tourist-Info anmelden.
BGLT-Chef Köhl gab praktische Tipps im Umgang mit dem Internet. An dem so genannten Social Media wie HolidayCheck oder Facebook komme inzwischen keiner mehr vorbei. Er bot Marktschellenberger Gastgebern an, in Seminaren und Schulungen „Fanseiten“ für das eigene Haus zu erstellen. Für Partnerbetriebe der BGLT sei dieses Angebot kostenlos. Der Vorteil: Über Plattformen wie Facebook kann sich die ganze Region gegenseitig bewerben, eine bisher einmalige Sache. Beim Thema Internet und Onlinebuchen bat Susanne Gschoßmann die Vermieter, die eigenen Seiten regelmäßig zu überprüfen. Man müsse die Persönlichkeit des Hauses mit ansprechenden Fotos unterstreichen und seine Gäste aktiv aufordern die Unterkunft zu bewerten.
Marktschellbergs Tourismusverein suche derzeit eine Partnergemeinde in Deutschland. Der regelmäßige Gedankenaustausch belebe auch die Übernachtungszahlen, ist sich Sophia Stanggassinger sicher. Sie appellierte an die Vermieter, ihre Gäste zu befragen. Dieses Jahr möchte der Verein unter anderem sich an einer Tourismusmesse beteiligen und gemeinsam mit dem Eishöhlenverein eine Werbetafel aufstellen.
Ein kleines Attentat, als beherzte Bitte getarnt, hatte Stanggassinger auf den anwesenden Bürgermeister Franz Halmich vorbereitet: Für drei geplante abendliche Standkonzerte in Schellenbergs Zentrum soll die Salzburger Straße gesperrt werden. Halmich stimmte unter Vorbehalten zu, dass die Veranstaltung einmal stattfinden darf. Sofern die Auflagen erfüllt worden seien und sich keiner beschwere, sähe er keine Probleme für weitere Konzerte.
Zum Schluss gab die Vereinsvorsitzende den Mitgliedern noch etwas mit auf den Nachhauseweg: 2012 stünden Neuwahlen an. „Überlegt euch, wen ihr dabei haben wollt“.