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>> Presse » Berchtesgadener Anzeiger 16.04.2009Marktschellenberg (kb) – „Das Sopherl soll’s bleiben“, sagte eine ältere Dame fast flehend. „Ja, unbedingt“, kam es aus allen Richtungen und auch Bürgermeister Stefan Sunkler fand: „Es ist krass, wenn so viele auf einmal aufhören wollen“. Und so wurde Sophie Stangassinger erneut für drei Jahre zur Vorsitzenden des Tourismusvereins Marktschellenberg gewählt. „Dabei habe ich doch meine Abschiedsrede schon geschrieben“, sagte sie kopfschüttelnd und fügte energisch an. „Aber dann ist wirklich Schluss“.
Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Gasthof „Forelle“ musste neben dem Amt der ersten Vorsitzenden noch weitere neu besetzt werden, denn alle drei Jahre sind Wahlen vorgesehen. Als Sophie Stanggaßingers Stellvertreterin wurde einstimmig Michaela Köppl gewählt. Hans Schertler hatte bereits zuvor seinen Rücktritt erklärt. „Ich hab’s gerne gemacht aber seid mir nicht böse, es muss auch mal ein Ende her“, erklärte er. Als Kassier fungiert weiterhin Rupert Hinterbrandner und Schriftführer ist ab sofort Helfried Unterberger. Er übernimmt das Amt von Marielle Hartmann, die sich ebenfalls nicht mehr aufstellen ließ. Die laut Satzung vorgeschriebenen sieben Beisitzer sind: Katja Angerer, Fredi Anfang, Richard Hildebrandt, Heidi Sulzauer, Andrea Piller, Katharina Katz und Steffi Strangassinger. Rechnungsprüfers bleiben Franz Brandauer und Max Köppl.
Sophie Stanggaßinger (2.v.l.) bleibt auch für die nächsten drei Jahre Vorsitzende des Marktschellenberger Tourismusvereins. Ihr zur Seite stehen Schriftführer Helfried Unterberger (l.), Stellvertreterin Michaela Köppl (2.v.r.) und Kassier Rupert Hinterbrandner (r.).
Die alte und neue Vorsitzende Sophie Stanggaßinger gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Tourismusvereinsjahr. Es habe viele Gästeehrungen gegeben und geführte Wanderungen fanden statt. Das traditionelle „Kirtag-Standl“ sei wieder ein Erfolg gewesen genauso wie die zweiten „Bärlauchwochen“ und die Veranstaltung „Qui Gong auf der Frühlingswiese“. Besonders erfreut zeigte sich Stangassinger über den positiven Vereinskontostand von knapp 3.200 Euro. „So viel haben wir überhaupt noch nie gehabt“.
Als Gast der Jahreshauptversammlung war der neue BGLT-Chef Stefan Köhl geladen, der sich kurz vorstellte, den neuen Imagefilm des Berchtesgadener Landes präsentierte und abschließend die Strategien der Marketinggesellschaft umriss. Für alle Vermieter, die sich im Gastgeberverzeichnis präsentieren, hatte Köhl besonders gute Nachrichten, denn ab sofort beinhalte dies auch einen zusätzlichen und kostenlosen Interneteintrag. Mit Kritik kam Dr. Anneliese Heidegger daher, sie möchte Marktschellenberg künftig als „Gesundheitsort vor den Toren Salzburgs“ vermarktet sehen. Dies sei ja kein Problem, entgegnete Stefan Köhl, „sie können ihren Ort selbst so positionieren, wie sie es wollen“. Auch an den verschiedenen Prospekten der BGLT fand Heidegger wenig Gefallen. „Das bekommt man ja überall um die Ohren gehauen, was wirklich zählt ist Engagement und Freundlichkeit“. An die Presse gewand stellte sie außerdem klar: „Dass Marktschellenberg super ist, das sollten sie mal schreiben“.
Wie Michael Grießer, Direktor vom Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, berichtete, sei das „Busfahren mit Kurkarte“ gut angelaufen. „Es ist eine gute Sache, schon alleine, weil wir es in die Werbung aufnehmen können“, argumentierte er und sah sich trotzdem mit herber Kritik konfrontiert. Besonders die Vermieter, die abseits jeder Bushaltestellen wohnen, schimpften. Ihren Gästen würde das Angebot außer den höheren Kurbeiträgen gar nichts bringen. Skeptisch beurteilten die Marktschellenberger auch die neue Plastikkurkarte, die ab ersten Mai ausgegeben werden soll. So müssten Gäste die zwar abreisen, aber die Karte den Tag über noch nutzen wollen, extra wieder zum Quartier kommen, um sie abzugeben. Michael Grießer versprach, man werde auch dafür noch eine Lösung finden.
Quelle: Kathrin Thoma-Bregar